Döbel (nicht Aland)

Die „Dickköpfe“, wie sie in manchen Regionen auch genannt werden, sind nicht immer leicht zu durchschauen. Mal beißen sie gierig und unvorsichtig, dann wieder mit größtem Argwohn oder gar nicht.
Interessant ist auch ihre breite Futterpalette, die von Fliege, Made, und Mais über Wurm und Brot bis hin zu Kirsche, Dosenwurst oder Frolic reicht. Selbst vor Kleinfischen macht die Spezies nicht Halt, was alljährliche Beifänge an der Hechtrute belegen.
Döbel sind halbherzige und konditionsschwache Kämpfer, ob man sie nun in Donau, Wertach, Lech oder Stadtwasser an den Haken bekommt. Meist beschränkt sich der Drill auf eine kurze Flucht und beiderseitiges verständnisloses Kopfschütteln.
Auch in der Küche macht der Döbel keine besondere Figur. Kaum ein Fisch hat mehr lästige Gräten als er, und sein fades, weiches Fleisch muss eher als „kaum genießbar“ denn als „wohlschmeckend“ bezeichnet werden.
Leider sind die drei Plagegeister intakter Fischbestände (Schwellbetrieb, Kormoraneinfall und anglerische Gier) auch an den Döbeln nicht spurlos vorbeigezogen. Die heutigen Bestände sind zwar nicht schlecht, aber kein Vergleich mehr zu den Massenvorkommen früherer Jahre.
Das ist nicht zuletzt auch deshalb bedauerlich, weil der Döbel- neben dem Nasen- und Barbennachwuchs die entscheidende Futterbasis für Huchen und Großforellen darstellt. Der beste Huchenbesatz ist zum Scheitern verurteilt, wenn die kleinen Futter- Weißfische im Fluss fehlen. Und die stammen von den Großen.
Der Döbel wird bisweilen mit dem Aland (Nerfling) verwechselt. Beide Arten ähneln sich aber lediglich von oben. Von der Seite sind Alande viel hochrückiger, haben mehr und kleinere Schuppen und eine konkave Afterflosse (wie Brachsen). In unseren Vereinsgewässern überwiegt eindeutig der Döbel, vom Hochwasser eingetragene Alande sind die Ausnahme.
Nachfolgend seht ihr zuerst einen Döbel, dann einen Aland.

 

 

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