Karpfen

Stimmen die natürlichen Bedingungen halbwegs, wachsen sowohl Spiegler als auch Schuppis recht zügig ab. So kann ein 10-Pfünder gerade erst einmal vier bis fünf Jahre auf dem - schon recht ordentlichen - Buckel haben.
Der Drill eines guten Karpfens hat es in sich. Die friedlichen Gesellen können nach dem Haken ausdauernd und zäh kämpfen. Besonders die erste Flucht großer Karpfen ist bekannt. Da rauschen 40, 50 Meter schnell von der Rolle, wenn der Fisch genügend Platz hat. Wer zu viel Druck macht, zu hart fischt oder zu dünndrähtige Haken benützt, erfährt schmerzlich, wie leicht der Haken aus dem weichen Cypriniden-Maul ausschlitzen kann.
Wer einen halbstarken Karpfen verspeisen will, sollte ihn zuvor, wo möglich und gesetzeskonform, ein paar Tage in klarem Wasser „wässern“, so wie es viele Restaurants machen. Die Fische verlieren dadurch ihren modrigen Beigeschmack, der sie teilweise ungenießbar macht. Überhaupt betreibt die Karpfenszene, also Großkarpfen-Spezialisten, die schon seit vielen Jahren im europäischen Ausland gängige catch and release-Praxis. Kaum ein Angler behandelt seine Fänge liebevoller und schonender als ein carp hunter: knotenloser Kescher, Schonhaken, savety rig, Abhakmatte...
Ihren Spitznamen „Wasserschwein“ haben die bauchigen Burschen übrigends nicht zuletzt deshalb, weil sie eigentlich alles fressen: Frolic, Tigernüsse, Muscheln, Pellets, Boilies, Kartoffen, Mais etc.
Vergesst also nicht, vor eurem nächsten Ansitz einen Abstecher in den Supermarkt zu machen.

 

 

 

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